2. Mai 2018

Offener Bittbrief

Herrn Dr. Frank Mentrup

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

unser ZKM ist aktuell unbestritten eine der Topinstitutionen der Welt mit seinen vielen medienphilosophischen und  praktisch-künstlerischen Facetten. Die gesamte medienkunstaffine Welt schaut nach Karlsruhe, auf unsere Stadt, deren Ruhm und Zelebrität international mit dem ZKM gewachsen ist.

Wir, Karlsruherinnen und Karlsruher, genießen nicht nur die abstrakte Wertschätzung einer Kulturinstitution durch Kulturschaffende aus aller Welt sondern auch die konkrete Verschmelzung unseres Stadtraums rnit interessanten ZKM-Performances wie die mediale Verwandlung unseres Barockschlosses oder der interaktive Regen- und Sound-Tunnel auf
unserem Marktplatz, um ganz wenige Beispiele unter unzähligen anderen herauszugreifen.


Diese Prosperität ist nach unserer Meinung dem engagierten, kompetenten und nachhaltigen Wirken der Kreativkräfte des ZKM und ganz besonders seinem mehrfach dekorierten Leiter PETER WEIBEL zu verdanken.

Die Unterzeichner dieses offenen Briefs sind davon überzeugt, dass Peter Weibel mit unserer Stadt, ihrer Kunst- und Kulturszene und dem ZKM engstens verbunden ist.
Seine Residenz und sein Lebens- und Schaffensmittelpunkt, seine Wahlheimat ist KARLSRUHE und nicht der Ort seiner Jugendjahre.

Wir, die Unterzeichner, würden es als einen inakzeptablen Verlust empfinden, wenn wir nach Ablauf seines um lediglich 1 Jahr verlängerten Vertrags den international hochgeschätzten Wissenschaftler, einen Motor der Kunst- und Kulturszene nicht nur unserer Stadt, einfach nach Wien verabschieden würden.

Beruhigend ist für die Unterzeichner von der Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst zu erfahren, dass zwischen dem Ministerium, der Stadt Karlsruhe und dem ZKM-Leiter intensiv gemeinsame Wege gesucht werden, um Peter Weibel nach Ablauf seines Vertrages durch eine adäquate und seinem wissenschaftlichen Renommee entsprechende Fortführung seiner Tätigkeiten ein Verbleiben in Karlsruhe zu ermöglichen.
Dazu gehört nach unserer Überzeugung auch ein sehr konkretes ,,Dankeschön" der Stadt hier und jetzt an den Wissenschaftler, zu dem die Unterzeichner einige Ideen beisteuern werden. Wir bitten Sie mit diesem offenen Brief, sehr geehrter Herrn Oberbürgermeister, mit dem Gemeinderat die entscheidenden Weichen rechtzeitig zu stellen, um Peter Weibel unserer Kulturszene langfristig zu erhalten.

Lars Dragmanli – Vorsitzender             Jürgen Wenzel - Stadtrat