14. September 2018

Leserbrief zum Thema "Nachverdichtung im Speitel - Grötzingen"

Eine Bürgerinitiative in Grötzingen versucht durch überzeugende Aktionen das Zubetonieren einer Grünschneise mitten in einem Wohngebiet, in welchem bereits eine problematisch hohe Verdichtung im Südstadt-Maßstab besteht, zu verhindern. Bravo, kann man nur rufen. In Karlsruhe herrscht kein Mangel überhaupt an Wohnstätten sondern an Wohnungen mit bezahlbarer, mit zumutbarer Miethöhe, damit zum leben noch etwas übrig bleibt.. Dies hat das Wort "sozialer Wohnungsbau" einmal bedeutet. Die Experten wissen, dass hauptsächlich die Baukosten die Miethöhe beeinflussen. So muss auch die gefragte städtische VoWo die Bauinvestitionen bei der Mietberechnung berücksichtigen.

"Im Speitel" wurde wohl ein Planer-Vorschlag für die Nachverdichtung ernsthaft in Erwägung gezogen, die Neubebauung mit einem Kindergarten im Erdgeschoss zu verquicken. Es hätte doch jedem Planer klar sein müssen, dass Wohnbauten, die ein kleinteiliges Konstruktionsraster erfordern, auf einem Kindergarten mit ganz anderem, den größeren Räumen angepasstem Raster erhebliche Mehrkosten zur Folge haben, die dann neben der Sperrung von Durchlüftungstrassen Im Speitel die"unsozialen" Mieten in der Nachverdichtung begründen würden. Es ist den Entscheidern im Rathaus dringend zu empfehlen, die vitalen Grünzäsuren, die Durchlüftungstrassen, die Kleingartengebiete und die kleinen Parks in den Höfen dichtbebauter Stadteile (Sophienstraße) nicht wahllos zu opfern. Denn sie bringen für 300 Tausend Einwohner die tägliche Lebens-Qualität während das Zubauen für die 10 Tausend

Wohnungssuchenden keine nachhaltige Befriedigung ihrer Wohnwünsche bedeutet. Es gibt Alternativen der Wohnungsversorgung zu sozialen Mieten durch Aufstockung, wie an der Erzbergerstraße, oder durch Dachgeschoss-Ausbauten, die aktuell nur halbherzig gefördert werden. Lassen wir doch für die nächsten Generationen auch etwas Platz, um den eigenen Wohnbedarf stadtverträglich zu decken.

Lars Dragmanli