Fußballstadion auf Kosten der Allgemeinheit?

2. August 2016

Es wird hier mehr als fahrlässig mit unseren Steuergeldern umgegangen.
In den vergangenen 20 Jahren hat der KSC die Miete für den Wildpark nicht immer – und auch nicht immer vollständig – bezahlt auch mit Tolerierung des Gemeinderates. Das Ausfallrisiko ist also gegeben. 74,3 Mio. Euro will der KSC in den nächsten 30 Jahren über die Pacht refinanzieren.
Das sind im Schnitt 2,5 Mio. Euro pro Jahr (ohne Zinsen), das ist 5 Mal soviel, wie der KSC derzeit bezahlt. Das kann nur funktionieren, wenn der KSC längere Zeit in der 1. Bundesliga spielt.

Auf der einen Seite wird im  Herbst ein Sparpaket beschlossen , dass für die meisten Bürgerinnen und Bürger Gebührenerhöhungen und Einschnitte mit sich bringt – auf der anderen Seiten werden 114 Mio. Euro die am
Kapitalmarkt aufgenommen werden müssen,  einem durchschnittlichen 2. Liga Fußballverein vor die Füße geworfen. Der Kostenrahmen dürfte wohl kaum zu halten sein. Ich möchte nur nochmal an den Neubau der Haupttribüne im Jahre 1991 erinnern, ursprünglich für 22 Mio. DM geplant – am Ende standen über 45 Mio. DM auf der Rechnung – mehr als doppelt soviel.

Aus den Erkenntnissen die u.a. die Herren Mentrup und Wellenreuther 2014 bei Ihren Stadionbesuchen in Sinsheim und Mainz gesammelt haben, wurde bisher wenig bis nichts in Karlsruhe in Betracht gezogen.  Zitat Mentrup:“Die Exkursion hat sich rundum gelohnt“, lautete die Bilanz von OB Mentrup am Ende eines intensiven Besuchsprogramms. „Wir alle konnten unglaublich detaillierte Eindrücke gewinnen, die ganz sicher in die weiteren Überlegungen Eingang finden werden“.“
Zitat Wellenreuther.““Wir haben gesehen, wie die Schwerpunkte gesetzt wurden, viele Tipps und Hinweise bekommen, welche Fehler vermieden werden können. Jetzt müssen wir sehen, welche Erkenntnisse wir daraus
für Karlsruhe ziehen können“, sah auch KSC-Präsident Ingo Wellenreuther die Exkursion für überaus hilfreich an. Darüber sei einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig es sei, auf Erfahrungen zurückgreifen zu können, die bei der Entwicklung und Umsetzung von Stadionprojekten gemacht wurden.“

Die Erkenntnis hätte lauten müssen:
1. Der Standort Wildpark ist ungeeignet (Die Stadien in Mainz und Sinsheim wurden auf der grünen Wiese gebaut)
2. Der KSC muss sich an der Finanzierung des Stadions beteiligen. Es war Zeit genug nach Investoren bzw. Sponsoren zu suchen.

Viele Menschen in Karlsruhe leben am Rande der Gesellschaft und sind auf freiwillige Leistungen der Stadt angewiesen. Dieser Personenkreis hat in Karlsruhe keine Lobby, der KSC wohl schon!

Rainer Maier

Leserbrief erschien auch in den BNN

Anmerkung: Die Freien Wähler Karlsruhe hatten in einer langen basisdemokratischen Entscheidungsfindung keine eindeutig und klare Position zu diesem Thema finden können. Argumente (siehe Leserbrief) sprachen gegen eine Zustimmung – letztlich hat sich unser Stadtrat der Stimme enthalten.

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