Stadtzeitung 05/26: (H)Ausverkauf von Tafelsilber

Die finanzielle Lage von Karlsruhe ist sehr angespannt und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Mehrere Spar-Runden wurden bereits gedreht, nun geht es ans „Eingemachte” und Teile des „Tafelsilbers” sollen veräußert werden.

Wenn so geschichtsträchtige und imposante Gebäude wie das Haus Solms oder das Rathaus West verkauft werden sollen, löst das bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Unverständnis, ja, fast Entsetzen aus. Gerade mit dem Haus Solms sind Emotionen verbunden – viele haben hier den Bund fürs Leben geschlossen.

Im Alltag angekommen, müssen wir der Realität ins Auge blicken und sehen, dass wir uns etliche dieser Gebäude nicht mehr leisten können. Steigende Sanierungskosten, Brandschutzanforderungen, Denkmalschutz – ja, der reine Unterhalt – werden zu einer riesigen Herausforderung für die städtischen Finanzen.

Was tun Unternehmen, wenn sie in einer solchen Situation sind? Sie veräußern Anlagevermögen, welches nicht zwingend zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes erforderlich ist. Wir als FDP/FW-Fraktion gehen diesen – zweifellos – schmerzlichen Schritt mit.

Durch Konzeptvergaben bleibt der Einfluss der Stadt auf die zukünftige Nutzung bestehen. Denn was nützt uns das schöne Tafelsilber im Schrank, wenn wir nichts mehr auf dem Teller haben?

Petra Lorenz
Stadträtin
FDP/FW-Fraktion

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