Drucken
Zugriffe: 2007

15. April 2015

Leserbrief zum Verzicht des provisorischen Einbaus der Schienen in der Ettlinger Straße

Was bringt die Kombilösung für den KVV und seine Fahrgäste?
Durch den Stadtbahntunnel und die Bahntrasse in der Kriegsstraße wird das Netz des KVV deutlich leistungsfähiger.
OK, das ist die eine Seite, aber was bringt die Kombilösung in der Ettlingerstraße und näheren Umgebung den Geschäftsinhabern und den Anwohnern? Von den durch den ganztägigen Baulärm belästigten Anwohnern möchte ich im Moment ganz kurz darüber zu schreiben. Es wird langsam aber sicher zum TRAUMA und deshalb macht man tagtäglich weitab vom Geschehen Irgendetwas NUR um von zuhause weg zu sein! Da frage ich mich warum ich eigentlich Miete für meine Dank jahrelangem täglichen Baulärm wertgeminderte Wohnung bezahle.
TOLL!!!

Mit Bedauern muss ich feststellen dass immer mehr Geschäftsinhaber über drastische Umsatzeinbußen zu klagen haben. Der Grund für die missliche Lage ist die Kombilösung der Stadt Karlsruhe.

Dank der Entfernung der Straßenbahnschienen in der Ettlingerstraße fehlt die doch so wichtige Laufkundschaft die ca. 50 % des Gesamtumsatzes ausmacht. Auf Anfragen bei der Stadtverwaltung wegen eventuellem Ausgleich oder sonstigen Hilfen wegen Umsatzrückgängen in Form von Überbrückungsgeld bis wieder normale Zeiten für die Geschäftsinhaber einkehren kam die Antwort dass Umsatzeinbußen in Höhe von 20 % ohne finanzielle Entschädigung hingenommen werden müssen. Da wären ja auch noch die Besucher des gegenüberliegenden Kongresszentrums und des dortigen Hotels die für den nötigen Umsatz sorgen würden. Theoretisch ja, aber praktisch NEIN, denn einen Riesenumweg nimmt Niemand in Kauf um auf die andere Seite der Großbaustelle zu gelangen. Also ist dieser zu erwartende Umsatz nicht gegeben.
 
Mit 20 % Umsatzrückgang ließe sich eventuell noch einigermaßen eine gewisse Zeit über die Runden zu kommen, aber 50 % Umsatzrückgang bedeutet für die meisten Geschäftsinhaber auf die Dauer von mehreren Jahren den finanziellen Ruin, denn das kann über mehrere Jahre gerechnet kaum Jemand abfangen, es sei denn man hätte einen größeren Betrag im Lotto gewonnen. Am Marktplatz werden voraussichtlich durch kürzerer als der geplanten Bauzeit ACHT Millionen EURO eingespart. Dieses Geld war im Vornherein eingeplant! Wie wäre es wenn die Stadtverwaltung mit diesem Geld die Geschäftsinhaber bestmöglich für ihre Umsatzeinbußen entschädigen würde!???

Jetzt steht dieses Jahr der 300jährige Stadtgeburtstag an. Gefeiert wird vor allem im Pavillon und rund ums Schloss, dem Geburtsort und Zentrum der Stadt. Aber auch in den Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, in der Innenstadt und in allen 27 Stadtteilen finden Jubiläumsveranstaltungen statt. Von diesem Umsatz der dort überall getätigt wird haben aber die Geschäftsinhaber der Ettlingerstraße nahe dem Kongresszentrum NICHTS!!!
Von irgendwelchen Festlichkeiten am und um das Kongresszentrum lese ich nirgendwo etwas. Das käme umsatzmäßig mit Sicherheit den Geschäftsleuten in der Ettlingerstraße auch ein wenig zugute. Für das Anlocken möglichst vieler Stadtgeburtstagsbesucher gibt die Stadtverwaltung FÜNFZEHN Millionen Euro aus. Das ist der blanke Hohn wie man vor den geplanten Besuchern glänzen will. Dafür hat die Stadtverwaltung Geld, wohl bemerkt es ist STEUERGELD und ich als Steuerzahler will weiterhin in meinen gewohnten Geschäften der Ettlingerstraße und näherer Umgebung einkaufen können!

Erzählt man den Besuchern auch von den Dank der Kombilösung vor der Pleite stehenden Geschäftsleuten der Ettlingerstraße? Bestimmt nicht.
Vorne HUI und hinten PFUI Deibel!??

Heinrich Bork