21. Januar 2019

Leserbrief zum Städtischen Klinikum

Als niedergelassener Hausarzt in der Südpfalz habe ich beinahe täglich mit den beiden Karlsruher Krankenhäuser zu tun. Ich bin dankbar, dass es gerade in Karlsruhe eine Krankenhausmedizin gibt, die in vielen Bereichen auf deutschem Spitzenniveau arbeitet.

Die Misere ist aber verantwortet durch ein politisch gewolltes Vergütungssystem, das einmal wirtschaftliche Reserven heben sollte und das schwächere unwirtschaftliche Häuser vom Markt nehmen wollte.

Ein Krankenhaus der Maximalversorgung kann aber gar nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien arbeiten, es muss Jeden versorgen können, es hält jede Leistung, die notwendig ist vor.

So kam es in allen Häusern zu einem Abbau in den pflegerischen Bereichen, da hier am einfachsten Kosten erspart werden konnten. Die daraus folgende Arbeitsverdichtung mit gleichzeitig verkürzter Liegedauer der Patienten haben gerade die Pflegeberufe zu einem Knochenjob gemacht und damit auch unattraktiv für eine Berufswahl gemacht.
Ich finde aber, dass sich gerade auch das Städtische Klinikum mit Erfolg der Zukunft stellt. Es ist ein positiver Standortfaktor.

Die Stadt sollte stolz auf das Haus sein, Geld war noch nie mit dem Krankenhaus zu verdienen, das muss akzeptiert werden. In der vom Stadtarchiv herausgegeben Chronik war schon von klammen Finanzen in der Vergangenheit zu lesen.

Die Karlsruher Bundestagsabgeordneten sollten aber um ein Vergütungssystem kämpfen, das den Druck aus dem Kessel nimmt, um gerade solchen Häusern den Weg in die Zukunft nicht zu verbauen.

Ein erster Anfang wurde mit der Herausnahme der Vergütung neuer Pflegestellen aus dem Kostenrahmen bereits gemacht.

Dem pflegerischen und ärztlichem Personal der Karlsruher Kliniken möchte ich aber auf jeden Fall meinen Dank für ihre gute Arbeit sagen.

Dr. med. Kai Dördelmann

Leserbrief erschien auch in den BNN