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20. Juni 2014

Leserbrief über „Schildbürgerstreiche einer Stadt“

Wir Bürger wissen einmal mehr nicht, was „Karlsruhe vor“ hat und was „dahinter“ steckt wenn es sich um das 300-jährige Jubiläum unserer Stadt dreht. 6 Monate vor dem Jahresbeginn gibt es noch keinen ausführlichen Veranstaltungskalender, sieht man einmal von dem 21.6.-23.6.2015 ab. Vielleicht spart man aber auch das Geld für andere Bürgergeschenke. Ein Vorschlag wäre hier das Buch „Schildbürgerstreiche einer Stadt“. Nun gut, dass die U-Strab/Kombilösung aus heutiger Sicht fast das Doppelte wie geplant kosten wird und auch ein jahrelang diskutiertes Fußballstadion schon heute mit dem doppelten Preis wie vergleichbare Stadien gebaut werden soll, dies ist schon absurd.

Und auch dass der Verkehr kollabiert und die Baustellen schon fast vorsätzlich täglich neue Stilblüten treiben, auch dies kann ja nur noch ein paar Jahre dauern. Und nun kommt hinzu, dass jahrelang tausende Besucher die Europahalle besucht haben und diese plötzlich nur noch für 200 Personen geeignet ist. „Wir haben dies seit längerem gewusst“ sagt der Baubürgermeister, der Objektmanager betont aber, dass die Halle nicht marode ist. Nein, Sinn und Zweck einer Großsporthalle kann es nicht sein dass nur abgezählte Personen darin Sport treiben oder ein Konzert besuchen dürfen. Oder aber, dass Konzert wird sehr exklusiv für maximal 50 Gäste veranstaltet da man 150 für die Sicherheit, den Service, die Band, Catering und Kartenabreisser benötigt. Im wahrsten Sinne-sportlich! Dies ist sogar dem Kurier-Mucki zu viel wie man lesen konnte.

Aber es gibt einen Lichtblick wie man Ämter künftig entlastet und Tätigkeiten outsourced. Jeder Verein, welcher bei einer Veranstaltung bislang Verkehrsschilder aufgestellt hat oder bekam, kann diese Leistung des Tiefbauamtes nicht mehr in Anspruch nehmen da das Amt aufgrund der Vielzahl anderer Veranstaltungen (damit sind wohl täglich neue Baustellen gemeint)überlastet ist. Rettung ist in Sicht - jeder Verein der irgendwann ein Verkehrsschild aufstellen möchte bzw. muss, hat nun ein Mitglied auszuknobeln, welches einen Fachkundenachweis bei einem Schilderaufstellseminar erwerben muss. Dies ist dann die Vorstufe zum Bierbankwackelsicherheitsbeauftragten und zertifizierten 0%0 Zuproster. Kaum sind die Wahlen vorbei, bei denen fast jede Partei das sogenannte Ehrenamt in ihrem Programm hatte, aber es geht doch gerade weiter mit der Gängelei der Vereine.

Liebe neue Gemeinderatsmitglieder, macht eure Wahlprogramme wahr und unterbindet bitte derartige Aktionen. Oder gehören diese lustigen Streiche einiger Clowns bereits zum anstehenden Stadtgeburtstag?

Gerhard Kessler

Leserbrief erschien auch in den BNN