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6. Dezember 2018

Freie Wähler Karlsruhe feiern ihr 30-jähriges Bestehen im Festsaal an der Turmbergterasse über den Dächern von Karlsruhe

Sicherheitspolitik und Bürgerbeteiligung gehören zu den Schwerpunkten der Freien Wähler Karlsruhe. Als „permanente Bürgerinitiative“ bezeichnete sie Lars Dragmanli, 1. Vorsitzender der Freien Wähler Karlsruhe, bei der Feier 30 Jahre Freie Wähler Karlsruhe am vergangenen Dienstag, 04. Dezember, ab 18 Uhr, im Festsaal an der Durlacher Turmbergterrasse. Stolz berichtete er von den Fakten, die besagen, dass die Freien Wähler über 9000 Gemeinde- und Ortschaftsräte in Baden-Württemberg verfügen und daher rein rechnerisch eine Mehrheit von 46 Prozent verfügen. „Das sind mehr als FDP, CDU und SPD zusammen“, sagte Dragmanli und hofft, dass die Präsenz des 1988 gegründeten Vereins in Karlsruhe ebenfalls in den nächsten Jahren steigt. „Ich gratuliere Durlach, dass die Freien Wähler hier ihr Jubiläum feiern, auch wenn ich selbst in der Weststadt wohne“, sagte er.


(C) Bildrechte: Hans-Ludwig Forger - Dragmanli, Wenzel
Schwerpunktthemen: Sicherheitspolitik und Bürgerbeteiligung

So sei der Stadtteil Durlach deshalb von Vorteil, weil in „Karlsruhe alles zerlaufen durch die vielen Stadtviertel ist“ und Durlach folglich zentral und bedeutend für die Freien Wähler sei. Gerade in den Schwerpunktthemen, wozu auch die Themen „Migration“ und „Stadtqualität“ gehören, habe sich sein Vereinskollege Jürgen Wenzel darüber hinaus verdient gemacht. Neben einigen anderen Mitgliedern der CDU war auch der Kulturbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Albert Käuflein, anwesend und richtete einige Grußworte an die rund 60 Gäste. So lobte dieser seine Zusammenarbeit mit Wenzel, obwohl beide nicht immer einer Meinung seien, „was aber politisch ja üblich ist“. Wenzel falle dabei bei einzelnen Sitzungen durchaus auf, weil er manchmal auch den Mut habe, Anträge wie aktuell den Haushaltsentwurf gegen eine große Mehrheit abzulehnen.

Für „Bürgernähe-Unabhängigkeit-Sachbezogenheit“

Und so freute sich auch Alexandra Ries, seit 14 Jahren Durlachs Ortsvorsteherin und Hausherrin des Festsaals an der Turmbergterrasse, über die „ehrliche und ernste Politik der Freien Wähler, die ganz nah am Bürger“ sei und eine „Arbeit, auf die man gerne auf der Straße angesprochen werden kann.“ So spiele hier gemäß der Satzung eines Vereins die Parteiideologie keine Rolle und das, was die Freien Wähler ausmache, sei ein „offen-ehrlicher und fairer Stil, wie ihn Jürgen Wenzel im Durlacher Ortschaftsrat praktiziert. Bis er 2009 in den Karlsruher Gemeinderat gewählt wurde, war er Vorsitzender der Freien Wähler und personifiziert deren Leitmotiv „Bürgernähe-Unabhängigkeit-Sachbezogenheit“ damit stellvertretend. So berichtete er in einem Abriss der Geschichte der Freien Wähler davon, dass sich der Verein gerade vor dem Hintergrund der Kombilösung gegründet habe, welche seinerzeit dann schon beschlossene Sache gewesen sei, noch bevor das Einverständnis der Bürger mittels eines Bürgerentscheids eingeholt wurde. Wenzel, der seinerzeit noch im Verein „Mehr Demokratie.“ Mitglied war, schloss sich dann mit Mitstreitern zur Wählervereinigung Bürger für Karlsruhe kurz BüKA zusammen. Danach folgte mit Unterstützung der Freien Wähler aus dem Karlsruher Umland, wie deren Fraktionsvorsitzende Jürgen Herrmann es am Dienstagabend ausführte, der Zusammenschluss von Freien Wählern und der BüKA.       

(C) Bildrechte: Hans-Ludwig Forger - Wenzel, Yesil

Sprachkurse und eine dementsprechende Integration sollten nichts kosten

Zahide Yesil ist parteiunabhängige Ortschaftsrätin und wird sich in Zukunft den Freien Wählern anschließen. Sie möchte sich innerhalb der Themen „Jugend“, „Bildung“, „Kultur“ und vor allem „Migration“ engagieren. „Um das Gemeinschaftliche geht es mir“, sagte sie nach der Jubiläumsfeier. Sprachkurse für Migranten bedeuteten Sicherheit nicht nur in der Sprache, sondern auch im Umgang mit anderen. Sprachkurse und Integration sollten Yesil zufolge, ähnlich dem Vorbild Schwedens, deshalb nichts mehr kosten. „Ein Sprachkurs bis zu B2/2 ist nötig, damit man sich unterhalten und einer Ausbildung bzw. einem Beruf nachgehen kann. Auch zur Vorbeugung gegen Fremdenhass ist dies nötig, denn wenn beide ‚Parteien‘ sich nicht verstehen, entsteht ein beiderseitiges Fremdheitsgefühl. Sprache ist die Basis der Bildung und der Zwischenmenschlichkeit“, so Yesil. Auch die 32 Jahre alte Teilnehmerin Jacqueline Kodjo konnte diese Erkenntnis bestätigen. Seit 2008 lebt sie in Deutschland und kam seinerzeit als Au-Pair-Mädchen von der Elfenbeinküste nach Deutschland. Um eine bessere Anstellung zu finden und Freundschaften mit anderen zu knüpfen, machte sie mehrere Deutsch-Kurse bis zum Niveau B2. Mit Erfolg: Seit 2016 macht sie eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) in Karlsruhe.