08. Januar 2014

Zwei Leserbriefe zum Kamin am Karlstor

1. Pokerspiel um Riesenkamin am Karlstor

Die Gesundheit der Bürger ist der Stadt Karlsruhe offenbar einerlei.  Dem Artikel  zum Thema "Pokerspiel um Riesenkamin am Karlstor"  dürfen wir als direkt betroffene Anwohner entnehmen, dass es der Stadt Karlsruhe und ihren Stadtvätern und  -Müttern offenbar völlig egal ist, was sie da zu Lasten der Gesundheit ihrer Bürger geplant haben.

Nicht nur, dass man sich optisch der Lächerlichkeit preis gibt - was noch viel schwerer wiegt, ist die Gesundheitsgefährdung,  die von diesem Abluftturm ausgehen wird  - da hilft auch kein "Gestaltungswettbewerb"!  Ein empörender Versuch der Bürgerverdummung ist das Argument, die Stickoxidfracht habe sich bis in 6 Jahren,  wenn dann Autos durch den Tunnel  fahren werden, dahingehend verringert,  dass dieser gar nicht mehr gebraucht wird. Glaubt eigentlich wirklich jemand daran, dass bis in 6 Jahren nur noch Elektroautos unterwegs sind?  Und wenn dem so ist: Wieso läuft dann noch der "Gestaltungswettbewerb", wenn man doch so sicher ist, dass der Turm "wahrscheinlich" gar nicht gebaut werden wird?

Allzu durchsichtig diese "Kann-Aussage", lässt sie doch genügend Spielraum,  um im Falle der Notwendigkeit der Errichtung dieses Turmes dann mit Bedauern hin zustehen und zu sagen: "Ach, das war ja im Jahre 2013 nicht absehbar, dass der Verkehr mit seinen Abgasen sich doch anders entwickeln wird"! - Wer soll das glauben?

Zur Argumentation der KASIG, der Turm sei extra so hoch (20 m) geplant worden, ist nur zu sagen: Sehen Sie sich mal das Foto genau an: Mit diesen 20 Metern Höhe liegen Sie auf Höhe der Dachterrassen und Balkone der Häuser in der Herrenstraße, die damit unnutzbar werden. Die Menschen dort werden es Ihnen danken!  Abgesehen davon: Diese Abluft kommt ja auch irgendwo wieder runter!

Da nun die öffentliche Debatte um diesen Schildbürgerstreich entbrannt ist, wird es für die Stadt schwer sein, Schadenersatzforderungen wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen  abwehren zu können, denn sie wusste ja um die Bedenken - zu einem Zeitpunkt (nämlich dem heutigen), zu dem eine Umplanung noch möglich gewesen wäre. Es gibt genügend Beispiele über andere technische Lösungen überall in unserem Land.

Ich setze auf einen Oberbürgermeister - seines Zeichens Mediziner  - der diese Gesundheitsgefährdung, die vor seiner Zeit als Stadtoberhaupt  "abgenickt" wurde,   erkennt und verhindert.

2. Schutz sieht anders aus

Dankens- und bedenkenswertes Schreiben gegen den Abluftkamin am Karlstor

Es ist äußerst dankens- und bedenkenswert, wenn der Präsident des Bundesgerichtshofes Deutschland, in seiner sicherlich mehr als knapp bemessenen Freizeit zur Feder greift, um Unheil für die Stadt abzuwenden! - Ein Engagement, das man so manch Anderem wünschen würde... Es sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt!

In der Gemeinderatssitzung am 17.12. betonte der Oberbürgermeister, dass dieser Abluftkamin am Karlstor (20 m hoch und 5 m breit!) "zum Schutze der Anwohner sei". Hier sei die Frage gestattet: zum Schutze welcher Anwohner? Ich kann weder am Karlstor, noch in der Herrenstraße Bungalows entdecken, vielmehr wohnen die Menschen dort in Mehrfamilienhäusern mit vielen Stockwerken - sie alle erhielten die Schadstoffe direkt in ihre Fenster und auf ihre Balkone, die sich in Höhe des Schadstoffaustrittes aus dem geplanten Abluftturm befinden. - Schutz sieht anders aus!

Ursula Jäger

Beide Leserbriefe erschienen auch in den BNN

Anmerkung: Für uns Freie Wähler ist der Kamin am Karlstor inakzeptabel