10. Oktober 2018

Leserbrief zum Thema "KSC und dem Stadionbau"

Endlich ist es auch bei OB Mentrup angekommen, dass beim KSC vieles im Argen liegt, insbesondere auf der Finanzseite. Dabei ist es jetzt noch nicht zu spät dieses unsinnige Projekt, auf Steuerkosten finanziert, endlich zu Grabe zu tragen. Der KSC tut das übrige dazu den Sargnagel einzuschlagen. Das Personalkarussel dreht sich immer schneller. Zuerst hat wohl Geschäftsführer Sandrock die Zeichen der Zeit erkannt und das Weite gesucht. Danach Kwasniok geschasst den man zuvor noch immerhin für 125.000 Euro an Aue hätte abgeben können und zuletzt aus Kostengründen Pressesprecher Bock der seit 2003 beim KSC beschäftigt war. Über den Weggang von Sandrock und Kwasniok gab es kein Statement des KSC, was natürlich Raum für viele Spekulationen lässt.

Das Damokles Schwert der Insolvenz kann Herr Wellenreuther zwar von sich weisen, aber wer "negatives Eigenkapital" hat, von den Kreditlinien der Banken abhängig ist und nur einen Sponsor wie Pilarsky hat, der die Kreditlinien mit Bürgschaften absichert und das auch nur noch für die laufende Saison muss damit rechnen.

Dabei ist auch noch zu beachten, dass der KSC sein Spielerkapital verkauft, Muslija für 2 Mio. Euro und beinahe auch noch Uphoff. Die vielen Fehleinkäufe sitzen auf der Bank oder der Tribüne und müssen bezahlt werden, also keine guten Vorzeichen für den Fortbestand des KSC. Die Kritik am Trainer nimmt wöchentlich zu.

OB Mentrup spricht in den BNN dass es eine schwindende Vertrauensbasis in der öffentlichen Warnehmung gibt. Hätte es, wie in Freiburg, einen Bürgerentscheid gegeben, so gäbe es ein Ergebnis - dass aber wohl anderst ausgefallen wäre wie in Freiburg.

Die Annahmen des KSC in einer Dekade (10 Jahre) 2x 1. Liga, 7x 2 Liga und 1 x 3. Liga zu spielen sind jetzt schon Makulatur. Die gedeckelten Stadionkosten bereits jetzt schon um min. 15 Mio. Euro überschritten. Um auf die Ursprungssumme zu kommen wurde die Zuschauerzahl von 35 auf 34 tsd. reduziert (im Schnitt kommen ca. 11.000 Zuschauer), an der FLB (Finale Leistungsbeschreibung) gekürzt und mal eben das VIP Parkdeck für 12 Mio. Euro gestrichen. Letzteres soll der KSC selbst finanzieren - nur von welchem Geld?

Knapp 3 Mio. Euro müssen die Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe jährlich an Zins und Tilgung für das neue Stadion aufbringen. Darin nicht enthalten die Kosten für die Geschäftsstelle, Nebenkosten und Instandhaltung - dazu wäre der KSC nur in der 1. Liga in der Lage das zu bezahlen. (Zitat in einem Online-Magazin: "Die Pachtzahlungen des KSC, welche sich an der Ligazugehörigkeit orientieren, würden sich verlängern - bis der vereinbarte Betrag refinanziert ist. "Das kann theoretisch unendlich sein", so Mentrup.)

Die unrühmlichtste Rolle nimmt für mich der Gemeinderat ein. In vollem Wissen hier einen Präzedenzfall zu schaffen (einmalig in Deutschland, dass eine Stadt einem Fußballverein ein Stadion komplett aus Steuermitteln finanziert) und dem Wissen, dass der KSC die Zins- und Tilgungskosten allenfalls in der 1. Liga leisten kann, wird das dort durchgewinkt. Dies könnte möglicherweise strafrechtlich relevant werden - §266 StGB Untreue.

Rainer Maier

Leserbrief erschien auch in den BNN