22. Dezember 2017

Pressemitteilung zur Kostenentwicklung des Wildparkstadion – Freie Wähler schlagen Erhalt der Haupttribüne vor
 
 
„Wir Freien Wähler stehen hinter dem KSC und einem notwendigen neuen Stadion, erst recht wenn die sportliche Entwicklung der letzten Jahre für das bemühte Team schmerzhaft war. Der KSC ist nach wie vor ein nicht zu unterschätzender Werbeträger für unsere Stadt“, so der Vorsitzende der Freien Wähler Lars Dragmanli und FW-Stadtrat Jürgen Wenzel in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
 
Für die Freien Wähler war das Kostenergebnis der Ausschreibung zu erwarten, da ein Komplex in solchem Umfang unter kostenintensiver Zerstörung einer erhaltenswerten (Haupt-)Tribüne und in dieser Lage inmitten der Stadt mit allen damit zusammenhängenden Baulogistischen Erschwernissen und Sicherheitsbedenken der Polizei wegen der Waldnähe, leider eine ökonomisch-funktionale Fehlentscheidung ist.
 
Im Gegensatz zu einer von den Freien Wählern vorgeschlagenen Verortung eines neuen Stadions "Im Brühl" nördlich von Durlach muss im Wildpark für enorme Summen der kontaminierte Wall unter den Tribünen abgetragen und ökologisch unbedenklich entsorgt, die voll funktionsfähige Tribüne nicht integriert sondern teuer zerstört, die Erschließung und Parkierung unter Opferung wertvollen städtischen Grund und Bodens für noch nicht greifbare weitere Millionenbeträge hergestellt werden. Garagen statt Mineralbeton mit Derbstangen, Verkehrchaos in der Stadt anstatt direktem Autobahnanschluss über Karlsruhe-Nord, Bahn- und Straßenbahnanschluss am Gebäude mit logistischen Herstellungs-Kostenvorteilen und als weithin sichtbarer Werbeträger...! Schade...!
 
Die Einsparungsabsicht der Stadt erscheint den Unterzeichnern als eine weitere Fehlentscheidung. Ein Abspecken der ausgeschriebenen Version um ein Drittel ist eine Utopie und kann kein bespielbares Ergebnis nach DFB-Norm bringen. Sollte die Einsparung aus Gesichtswahrung durchgeführt werden, so wird die Baurealität ihren Preis verlangen. Dafür haben wir genügend Vorzeigeprojekte wie die U-Strab, oder Stuttgart 21, oder neue Berliner Flughafen.
 
„Wir Freien Wähler fordern die Stadt auf, im Interesse des KSC Realitätssinn zu adoptieren und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Der KSC braucht aus rechtlichen Gründen eine neue Spielstätte, die trotz des Kostendiktats des beschlossenen Standorts, im Wildpark entstehen muss“, so  Dragmanli und Wenzel. Beide sind nach eigenen Recherchen überzeugt, dass die einzige gangbare bauliche Lösung die Erhaltung der heutigen Haupttribüne als künftige Gegentribüne mit einer Einsparung von ca. 25 Millionen Euro wäre. Die weiteren Tribünen sollten sich in einer leichten Bauweise entwickeln, die nicht den Abtrag der gesamten kontaminierten Wälle sondern nur einen Abschnitt unter Teilen der neuen Haupttribüne vorsieht. Das Beispiel Stuttgart mit kostengünstiger textiler Überdachung wurde  bereits unter OB Seiler im Karlsruher Hochbauamt für die Gegentribüne untersucht und aus Gründen der fehlenden Haushaltsmittel nicht weiter verfolgt. Eine solche architektonisch angepasste Überdachung würde eine beträchtliche Bauzeitverkürzung bedeuten.
 
Dragmanli und Wenzel  bitten in ihrer Pressemitteilung die Stadt unter deutlicher Zurückstellung von persönlichen Differenzen diese "unendliche Geschichte" mit einem neuen fortgeschriebenen Konzept der Erhaltung der Haupttribüne und des Komplettierens mit einer Leichtkonstruktion neu auszuschreiben. Bei verändertem Konzept ist eine erneute Ausschreibung unbedenklich und die verursachte Verzögerung durch eine kürzere Bauzeit wieder einzuholen